#1 Pantheon von Vorstand 15.01.2012 09:54

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Pantheon


Der Untertitel auf dem Karton be-sagt Völker, Götter, Monumente. Dies beschreibt schon ziemlich präzise den groben Ablauf im Spiel, wir gehen nun ein bisschen mehr ins Detail.
Zunächst möchte erst einmal das ganze Material ausgepackt und vorsortiert werden – die strukturier-te Einleitung zum Spiel ist dabei sehr hilfreich. Götterplättchen wer-den gestapelt, 8 Völkerkarten ge-mischt, Bonusmarker im Beutel verstaut, Halbgötter verdeckt bereit gelegt, Opferkarten nach ihren Wertigkeiten sortiert und ein all-gemeiner Vorratsstapel mit Karten gemischt und 4 von diesen Karten aufgedeckt. Zu guter Letzt erhält jeder noch Säulen und Füße seiner Farbe.
Wenn man dies geschafft hat, kann man sich dem näheren Ablauf widmen. Das Spiel ist eingeteilt in 6 Runden, die sich jeweils in 3 Phasen unterteilen. In der 1. Phase taucht ein neues Volk der antiken Welt auf und bis zu 5 zufällige Bo-nusmarker werden auf vordefinierte Felder platziert. Aufgabe der Spieler ist es nun, die Blütezeit des Volkes geschickt für seine Macht-einflüsse zu nutzen und daraus Punkte für die Zwischen- und Endwertung zu sammeln. Dazu kann der Spieler in der 2. Phase entweder 3 Karten ziehen, Bewe-gungen ausführen (Füße auf der Weltkarte hinterlassen), sein Geld einsetzen oder die Hilfe der Götter anrufen. Eine Gottheit taucht natür-lich nicht von alleine aus Spaß an der Freude auf der Bildfläche auf, ein Gott will Opfer auf den Altären sehen. Götter werden mit Hilfe der gezogenen Karten, ergänzt durch Opferplättchen, davon überzeugt ihre positiven Wirkungen den Be-langen des Spielers zur Verfügung zu stellen. Vorteilhaft an ihnen ist, dass sie den Spielern unmittelbar nach Einsatz Punkte bringen. An dieser Stelle erweitern wir den Blick auf die ebenso noch am Ran-de liegenden Halbgötter, die uns ebenfalls Punkte einbringen. Die letzte Möglichkeit seinem Punkte-konto Gutes zu tun, ist der Einsatz von Säulen deren Wertigkeit mit der Anzahl multiplikativ ansteigt. Klingt bis hierhin alles sehr trocken und unüberschaubar, der Spielfluss gestaltet sich jedoch sehr flüssig und sehr schnell findet man sich mit den Möglichkeiten und den Ef-fekten zurecht.
Bei den Bewegungsrunden eilt man sehr zielstrebig zu den ausliegenden und wertvollen Bonusplättchen im Umfeld, oder marschiert zu den Stellen, an denen man Säulen auf-stellen kann. Opferplättchen und -karten sammeln sich nach und nach auf der Hand, bzw. in der Auslage und bringen uns dem Kauf eines Gottes näher.
Die 2. Phase endet evtl. recht ab-rupt, entweder wenn alle Bonus-plättchen eingesammelt, oder alle Götterkarten akquiriert wurden. Das Volk entschwindet wieder vom Plan, alle Spuren (Füße) werden zurückgenommen, nur die Monumente (Säulen) verbleiben. Ein neues Volk wird aufgedeckt und die nächste Runde beginnt. Nach der 3. Runde erfolgt eine Zwi-schen-, nach der 6. Runde die Endwertung. Wer nach dieser die meisten Punkte vorweisen kann, darf sich als Sieger küren.
2 bis 4 Spieler, 6 Runden, 8 Völker, kann das gut gehen? Eindeutig ja, mit kleinem Aber. Dem Spieler muss von Beginn an klar sein, dass es eine nicht zu unterschätzende Glückskomponente gibt, da in je-dem Spiel stets 2 Völker ausgelas-sen und nicht alle Götter in Ihrer vollen Häufigkeit auftauchen wer-den. Das könnte übel aufstoßen, wenn man sich von Beginn an auf eine Strategie festlegt und die dazu notwendigen Kombinationen nicht auftauchen. Böse daran ist auch, dass die Völker zu Rundenbeginn eine Eigenschaft mitbringen die für alle Spieler gilt, so z.B. auch, dass man seine gesammelten Handkarten bis auf 7 verliert oder aufstockt, wer sich also für einen großen Rundumschlag gut eingedeckt hat könnte an dieser Stelle einen herben Rückschlag erleiden. Wer sich darauf einlässt – sein Spiel flexibel gestaltet, wird mit Pantheon ein paar schöne Spieleabende erleben, da sich immer wieder neue Möglichkeiten auftun und jedes Spiel anders verläuft.
Bekannte Mechanismen, wie z.B. das von Zug um Zug bekannte Prinzip beim Nachziehen von Karten (entweder offene oder verdeckte vom Stapel) wurden bei Pantheon sehr schön in eine neue Umgebung verfrachtet. Starke Strategien die einen Viel-Spieler bevorteilen gibt es nicht, da – wie vorhin genannt- Strategien nicht 100% planbar sind, genau das macht Pantheon interessant, um immer wieder ausgepackt zu wer-den. Wir geben dem Spiel deshalb:

5 Punkte

Thorsten Oelsner

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