#1 Firenze von Vorstand 15.01.2012 09:50

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Firenze



In Firenze übernehmen die Spieler die Rolle eines Baumeisters und versuchen, Türme zu errichten, um möglichst viele Siegpunkte zu er-zielen. Wir können Türme in meh-reren verschiedenen Farben errich-ten, wobei sich der Siegpunktwert eines Turms aus der Häufigkeit der Spielsteine in der entsprechenden Farbe richtet. Von den weißen Bausteinen gibt es am meisten, so dass diese Türme weniger punkte-trächtig sind. Die Bauelemente werden weiterhin noch als Zah-lungsmittel verwendet, wenn wir die erlaubten Aktionen erweitern wollen.
In jedem Zug wählen wir eine der verfügbaren Aktionskarten aus. Diese Aktionskarten können uns sofort, in späteren Zügen oder am Spielende sowohl Vor- als auch Nachteile bringen. Zunächst muss immer die erste Aktionskarte ge-wählt werden, sofern dieser Zwang nicht durch Abgabe eines Bausteins für jede übersprungene Karte auf-gehoben wird. Da die abgegebenen Steine auf den ausgelassenen Akti-onen abgelegt werden, gibt es nach einiger Zeit den Anreiz auch nega-tive Karten zu nehmen. Anschlie-ßend darf ein bestimmter Baustein im Verhältnis 3:1 ertauscht werden.
Mit dem erhaltenen Material dürfen wir bis zu zwei Türme umsonst er-weitern, für weitere muss bezahlt werden. Bei Firenze herrscht Er-weiterungszwang, d.h., jede Runde muss jeder in früheren Runden be-gonnene Turm erweitert werden, ansonsten stürzt er ein. Dies ist ein schwerwiegender Verlust für den betroffenen Baumeister, der nur die Hälfte des eingesetzten Materials zurückerhält.
Nach der Bauphase dürfen die er-richteten Türme gegen Siegpunkte eingetauscht werden, wobei wir noch Boni erhalten können. Ein Turm einer bestimmten Farbe und Höhe, darf nur genau einmal im Laufe des Spieles errichtet werden. Zum Ende der Runde muss das Baumaterial und die Aktionskarten auf festgelegte Grenzen reduziert werden, die allerdings durch be-stimmte Aktionskarten aufgehoben werden können. Das Spiel endet, sobald ein Spieler eine von der Spielerzahl abhängige Anzahl von Türmen errichtet hat.

Diese Spielmechanismen greifen in Firenze sehr überzeugend ineinan-der. Das Kartenglück ist über-schaubar, da sich schlechte Ereig-nisse frühzeitig abzeichnen. Die Einschränkung, dass jeder Turm nur einmal erlaubt ist, ermöglicht die Mitspieler zu ärgern, ebenso wie manche Aktionskarten und das Zuvorkommen bei der Erlangung eines Bonusses. Das Ärgerpotential ist jedoch nicht so tiefgreifend, dass es den taktischen Anspruch des Spieles störte. Mir gefallen die Vielseitigkeit der Aktionskarten und der durch den Erweiterungs-zwang planbare Ablauf des Turm-baus. Zusammenfassend ein emp-fehlenswertes Spiel für Baumeister und solche, die es werden wollen.

5 Punkte

Martin Schlipf

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