#1 Glen More von OneEyedJack 02.10.2010 13:08

Ein Spiel über Schottland und Whisky, ich erinnere mich an die letzte Whiskyprobe und daran mich nicht an den Morgen danach erinnern zu wollen. In der Packung finden wir zwar keine Whiskyflaschen, Kilte oder Dudelsäcke, dafür eine Menge Landschaften in Form von anlegbaren Plättchen, einige Holzwürfel als Rohstoffe, sowie ein paar noch herrenlose Clanmitglieder.
Auf dem zentralen Spielbrett werden die Landschaftskärtchen ausgelegt, dazu gesellen sich unsere Spielfiguren. Derjenige der am weitesten hinten in der Reihe steht ist am Zug, und darf seine Figur auf ein Feld mit einem Landschaftsplättchen ziehen, dieses bekommt er und bringt es in seine Landschaft. Dabei muss er darauf achten, dass er nur in Reichweite eines seiner Clanmitglieder anbauen darf, und Straßen oder Flüsse nicht unterbrechen darf. Das angelegte Plättchen und die ringsum anliegenden Landschaften werden gewertet. Das kann bedeuten, dass die Landschaften Rohstoffe erwirtschaften, Städte und Burgen Bewegungspunkte für die Clanmitglieder freisetzen oder die besonderen Orte ihre Wirkung entfalten. Schön daran – kleiner Exkurs ,die besonderen Orte sind in der gleichnamigen schottischen Landschaft real auffindbar. Da man für Rohstoffe nicht viel bekommt, ist es sinnvoll bei den Aktivierungen die verarbeitende Produktion zu berücksichtigen. Rinder und Schafe werden zu Nahrung verarbeitet, die uns direkt in Form von Punkten vergütet wird, Getreide wird in den Distillen zu Whisky veredelt. Kostproben sind jedoch keine möglich da die Whiskyfässer von achteckigen Quadern dargestellt werden, ob diese aus Whiskyfass-üblichem Eichenholz hergestellt wurden bleibt der Phantasie des Spielers überlassen. Die Landschaftsplättchen die in 3 Stapel unterteilt sind, lösen nach jeweiligem Aufbrauchen die Wertungen des Spieles aus. Die Wertungskategorien sind die produzierten (nicht geleerten) Whiskyfässer‚ die Anzahl der Clanchefs und die besonderen Orte. Pfiffig, es wird nicht die absolut erreichte Anzahl in den Kategorien in Punkte gewandelt sondern immer nur der Vorsprung zum Letzten. Das eröffnet taktische Möglichkeiten, entweder man versucht in 1 oder 2 Kategorien große Abstände zu erzeugen und somit andere Rückstände zu kompensieren, oder man versucht bei allen Kategorien ein bisschen was abzustauben. Tückisch, am Ende müssen die Spieler, die besonders viele Ländereien angelegt haben den Größenabstand gegenüber den kleinen Clans mit Strafpunkten bezahlen, das hat das eine oder andere Resultat nochmal deutlich korrigiert.
Glen More ist ein Spiel an das man sich gern erinnert, die Anleitung ist gut verständlich, die Runden verlaufen zügig und man kann verschiedene Taktiken verfolgen oder einfach mal drauf losspielen. Glen More hat nichts Neues zu bieten, aber es ist eine gute Kombination bekannter Mechanismen die gut in das Thema eingebunden sind. Dennoch hat man das Gefühl, dass Glen More ein bisschen hinter seinem Potential geblieben ist. Das Spielende mag zwar absehbar sein, es kommt aber in einer Phase des Spiels, in der man gerade erst am Anfang der Blütezeit seines gewachsenen Landes steht. Wer also gerne etwas längerfristig aufbaut könnte an dieser Stelle bei Glen More einen Kratzer entdecken, übrig bleiben für Glen More 4-5 Punkte an die man sich gerne erinnert.

[list]Thorsten Oelsner - Wertung: 4-5 Punkte[/list:u]

[list]Verlag: Alea[/list:u]
[list]Autor: Matthias Cramer[/list:u]
[list]Spieler: 2-5[/list:u]
[list]Alter: ab 10[/list:u]
[list]Spieldauer: ca. 60 min[/list:u]
[list]Preis: ca. 23 EUR[/list:u][attachment=0]glenmore_klein.jpg[/attachment]

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